Im Dezember waren wir ja zum MTB fahren am Ringkøbing Fjord. Dort haben wir zufällig die Fjorden Rundt entdeckt, eine Rennradveranstaltung um den Ringkøbing Fjord. Diese findet Anfang Juni statt, was in diesem Jahr mit Pfingsten zusammenfiel.

Die Veranstaltung ist zwar ein Rennen (also mit Zeitmessung), aber hat auch in gewisser Weise RTF-Charakter: Man kann auf dem ca. 105km langen Rundkurs um den Fjord an vier um den Fjord verteilten Orten starten (Skjern, Borkhavn, Hvide Side und Ringkøbing), und in jedem Ort ist ein Depot, an dem man einkehren und sich mit Essen und Trinken versorgen kann. Da an der Rundfahrt auch einige Teilnehmer mit Mountainbikes, Tandems oder Tourenrädern teilnehmen wird von den Depots reger Gebrauch gemacht. Es waren aber auch so manche Radsportteams dabei die in Uniform (gleiche Trikots, gleiche Bikes) an uns vorbeigeballert sind – und die haben vermutlich wenig bis keine Pausen eingelegt. 😉

Als Teilnehmer aus Deutschland ist man hier übrigens ein Exot – von den 1637 Startern in diesem Jahr kamen nur 24 NICHT aus Dänemark – und die 24 sind auch nicht ausschließlich Deutsche. 🙂 Wie so üblich macht das aber nichts: Der Registrierungsvorgang und alle eMails lassen sich durch Google Translate jagen, und vor Ort spricht gefühlt jeder Däne besser deutsch als ich englisch. Von daher: Auch ohne dänische Sprachkenntnisse kein Problem.

Um 9:15 Uhr erfolgte dann unser Start. Wobei auch das sehr entspannt war – irgendwann entschloss man sich halt, loszufahren. Die Zeitmessung per Wegwerf-Chip begann beim Überfahren der Startlinie. Anfangs war die Planung noch unter 4h anzukommen, schöne Tour um den Ringkøbing Fjord halt. Daraus wurde aber irgendwie nix, weil Madame bereits nach wenigen Kilometern einen guten 30er Schnitt vorlegte. Na gut, dann halt in 3:45h.

Wer schon mal am Ringkøbing Fjord war: Die Strecke kann nur schön sein.

Das Wetter war OK, ca. 18°C, bedeckt, und meistens trocken – kurz/kurz war angesagt, die Armlinge hatte ich noch vor dem Start ausgezogen. Einmal gab’s einen kleinen Schauer, aber nix dramatisches. Lohnte sich nicht mal, eine Regenjacke anzuziehen.

Was Allgemeines zum Rennradfahren in DK:

Die Straßen sind in super Zustand. Die Radwege auch: glatt, asphaltiert, mit markierten Richtungsfahrbahnen. In Deutschland ist man es ja gewohnt, mit dem Rennrad fast immer auf der Straße zu fahren (bzw. fahren zu müssen). In Dänemark wird aber immer auf dem Radweg gefahren, sofern einer vorhanden ist. Da es sich hier um eine Radsportveranstaltung handelt, war es aber in Ordnung, immer auf der Straße zu fahren (auch wenn so einige Rennradfahrer trotzdem auf dem Radweg gefahren sind). Wir haben uns aber sagen lassen: wenn man “zivil” unterwegs ist (also kein Rennen fährt), und dann auf der Straße fährt wo ein Radweg vorhanden ist, da wird man von den sonst so tiefenentspannten Dänen gnadenlos weggehupt.

Also: im Rennen ist auf der Straße fahren OK, außerhalb des Rennens sollte man immer auf dem Radweg fahren, sofern einer vorhanden ist.

Nach gut der Hälfte (wir waren ja in Ringkøbing gestartet) kam in Nymindegab wahrscheinlich die schönste Stelle der Fjorden Rundt: Man fuhr aus dem platten Land auf einer Straße durch den Dünenwall und schaute direkt in die Dünenlandschaft die zwischen Ringkøbing Fjord und Nordsee liegt. Wenn es eine Tour und kein Rennen gewesen wäre käme hier jetzt ein Foto… :/

Von dort aus ging es Richtung Norden über die Landzunge zwischen Fjord und Nordsee, über 32km schnurgeradeaus bis nach Søndervig über Hvide Sande, mit leichtem Rückenwind. Blick auf den Tacho: pendelt um die 33-34km/h, Madame und zeitweilig noch ein bis zwei Gäste hinten dran im Windschatten. Dann wohl doch unter 3:30h… Glücklicherweise konnte ich mich dann auch mal wieder ein Weile ausruhen weil Madame dann wieder die Führungsarbeit übernahm.

Die letzten paar Kilometer landeinwärts taten dann noch mal weh weil wir da mit ziemlich böigen Gegenwind zu kämpfen hatten. Am Ende kamen wir mit 3:22:irgendwas im Ziel an. (Kleine Nebenbei-Info: Der Sieger hat 2:16h gebraucht, das ist ein 46er Schnitt…)

Und weil’s so schön ist: Die Fjorden Rundt als Relive-Video. 🙂

Relive ‘Fjorden Rundt 2017’

Im Ziel gab es dann Verpflegung (Gulasch und Pølser!), und so mancher Teilnehmer genehmigte sich ein Bierchen. Das hätten wir dann auch gerne gemacht, mussten aber feststellen, dass es kein alkoholfreies Bier gab… :/ Zu den anderen Depots auf der Strecke können wir leider nichts sagen, da wir nicht angehalten haben…

Wir sind dann wieder zurück in unser äußerst gemütliches Bed&Breakfast gefahren und haben erstmal heiß geduscht. Sonntag gab’s es noch eine schöne wenn auch windige Laufrunde über Bagges dæmning (weil die Fjorden Rundt ja irgendwie noch nicht gereicht hatte) und da das Thermometer am Montag bei der Heimfahrt kontinuierlich von 15°C bis auf 22°C stieg sind wir mit dem vollen Auto in Hamburg gleich bis an den Deich gefahren und haben noch eine schöne Abschlussrunde durch Vierlande gedreht.

Alles in allem: ein äußerst erfolgreiches und erholsames Pfingst-Wochenende. Und nächstes Jahr? Da sind wir vielleicht wieder bei der Fjorden Rundt dabei. 🙂

Kategorien: BikeSport